Krankmeldung und Arbeitsunfähigkeit
Wenn du krank wirst und nicht arbeiten kannst, hast du in Deutschland Anspruch auf Krankmeldung und Lohnfortzahlung.
Wenn du krank wirst und nicht arbeiten kannst, hast du in Deutschland Anspruch auf Krankmeldung und Lohnfortzahlung. Arbeitnehmer sind durch das Krankengeldsystem geschützt und erhalten in den ersten sechs Wochen ihr volles Gehalt. Wie gehst du bei Krankheit richtig vor, wann informierst du den Arbeitgeber und wie funktioniert die Auszahlung der Leistungen? Lies weiter!
1. Wann und wie informierst du den Arbeitgeber?
📌 Wenn du krank wirst, musst du deinen Arbeitgeber sofort informieren – am besten telefonisch oder per E-Mail.
✅ Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) musst du vorlegen:
✔️ Spätestens am 4. Krankheitstag (einige Arbeitgeber verlangen sie bereits ab dem 1. Tag).
✔️ Sie muss von einem Arzt ausgestellt werden – seit 2023 wird sie elektronisch direkt an die Krankenkasse gesendet und der Arbeitgeber ruft sie aus dem System ab.
📌 Tipp: Erkundige dich immer, ob dein Arbeitgeber eine Bescheinigung bereits ab dem 1. Krankheitstag verlangt!
2. Wie funktioniert die Lohnfortzahlung während der Krankheit?
💰 In den ersten 6 Wochen der Krankheit erhältst du dein volles Gehalt vom Arbeitgeber.
💰 Ab der 7. Woche zahlt die Krankenkasse Krankengeld – etwa 70 % deines Bruttogehalts (maximal jedoch 90 % des Nettoeinkommens).
📌 Krankengeld kann maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Diagnose bezogen werden.
✅ Wie beantragst du Krankengeld?
1️⃣ Der Arzt sendet die Bescheinigung an die Krankenkasse.
2️⃣ Die Krankenkasse beginnt automatisch ab der 7. Woche mit der Zahlung des Krankengelds.
3️⃣ Bei längerer Krankheit musst du regelmäßig deinen Gesundheitszustand nachweisen.
3. Krankmeldung für Selbstständige und Arbeitslose
✔️ Selbstständige haben nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn sie freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Andernfalls müssen sie die Krankheitszeit aus eigenen Ersparnissen oder Zusatzversicherungen abdecken.
✔️ Arbeitslose, die Arbeitslosengeld beziehen, erhalten Krankengeld von der Krankenkasse, wenn ihre Krankheit länger als 6 Wochen dauert.
📌 Tipp: Wenn du selbstständig bist, solltest du eine Krankentagegeldversicherung in Betracht ziehen, um im Krankheitsfall nicht ohne Einkommen dazustehen!
4. Wann kann die Krankenkasse die Zahlung verweigern?
❌ Wenn du nicht mit dem Arzt oder der Krankenkasse zusammenarbeitest.
❌ Wenn du keine regelmäßigen Bescheinigungen über die Fortdauer der Krankheit vorlegst.
❌ Wenn nachgewiesen wird, dass du den Anweisungen des Arztes nicht folgst (z.B. wenn du krankgeschrieben bist, aber der Arbeitgeber dich im Urlaub sieht).
Zusammenfassung
📞 Informiere sofort deinen Arbeitgeber, wenn du krank wirst!
📄 Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) musst du spätestens am 4. Krankheitstag einreichen
💰 6 Wochen volles Gehalt vom Arbeitgeber, danach Krankengeld (70 % des Bruttogehalts)
🛑 Krankengeld max. 78 Wochen in 3 Jahren für dieselbe Diagnose
🔹 Tipp: Wenn du ein eigenes Unternehmen hast oder selbstständig bist, prüfe, ob du Anspruch auf Krankengeld hast – andernfalls lohnt sich eine Zusatzversicherung für den Fall einer längeren Krankheit!